Vorbemerkung:
Schon der Unterricht in der Grundschule zielt auf die forschende Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit. Experimente sind besonders geeignet, Staunen hervorzurufen, Anwendungen auszuprobieren und problemorientiert Entdeckungen zu machen. Außerdem dienen Experimente dazu, den Unterricht aktiv, selbstbestimmt und kreativ zu gestalten. Ausgangspunkt ist immer die Wahrnehmung der Wirklichkeit, das schon bestehende – evt. irreführende – Vorwissen. Aufmerksam wird die experimentelle Erfahrung mit „wissenschaftlicher“ Sichtweise und Vorstellungen verbunden. Altes Wissen entpuppt sich teilweise als „Vorurteil“, es ist oft neu zu formulieren und sollten dann immer wieder auf die Phänomene der Lebenswirklichkeit übertragen und dort geprüft werden.
Dieser hohe Anspruch kann auf einer ersten experimentellen Stufe schon in der Grundschule angebahnt werden, freilich nur im Verbund mit einem ergänzenden, die Neugier weckenden Unterricht. Daher sind den Versuchen, die als Arbeitsblätter formuliert sind, eine Seite zuvor sachliche und didaktische Vorüberlegungen beigefügt, die man nutzen kann.
Die Experimente selbst wurden nach folgenden Aspekten ausgewählt und weiter entwickelt: Sie dienen
· zum Staunen über Vorgänge, die man zuvor anders gesehen oder nicht hinterfragt hat,
· zur Überprüfung von Meinungen;
· zur Korrektur von falschen Vorstellungen (Misskonzepten);
· die Wirklichkeit mit eigenen Worten zu erklären,
· zur Stärkung des Selbstbewusstseins;
· zur ersten Einführung in naturwissenschaftliches Denken und Arbeiten.
Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist die Beobachtung, dass in der Grundschule oft die entscheidenden Weichen für das Interesse der Kinder geweckt werden. Wird dies versäumt, und in späteren Klassen Naturwissenschaft als „sowieso zu schwer“ emotional vermittelt, wird dem Kind ein wesentlicher Zugang zu unserer Lebenswelt erschwert.
Um die einzelnen Experimente leichter aufzufinden, sind die Grundschulexperimente geordnet nach:
Luft
Wasser
Mensch
Pflanze
Die Experimente so ausgewählt, dass sie rasche Erfolge ermöglichen und dabei schon solche Erkenntnisse zu gewinnen sind, auf die in höheren Klassen erfolgreich aufgebaut werden kann.
Weitere didaktische Gesichtspunkte für die Auswahl waren:
· Erreichung von eindeutigen Ergebnissen in etwa 20 Minuten,
· Geräten und Material weitgehend aus der Erfahrungswelt der Kinder,
· Klarheit des zeitlichen Ablaufs,
· sachliche Richtigkeit der möglichen Ergebnisse,
· Durchschaubarkeit,
· Eindeutigkeit der Ergebnisse,
· Interpretierbarkeit aus der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler,
· Erweiterungsfähigkeit bis hin zu einer beruflichen Bedeutung.
Wir wünschen viel Erfolg!
Volker Schneider und Thomas Zahn
Pädagogische Hochschule Freiburg
Im Folgenden finden Sie Vorschläge für eine Grundausstattung in der Grundschule.
Auf der einen Seite finden Sie eine sachliche Erklärung und eine didaktische Begründung zu den Versuchen, auf der anderen Seite den Versuchsaufbau und den Versuchsablauf in der Form eines möglichen Arbeitsblattes zum Kopieren oder zum Abändern je nach Klassensituation.
